Reiner-Dach und Dachziegel
Eine Eindeckung mit Dachziegeln bietet sowohl dem Verarbeiter, als auch dem Bauhherr eine Vielzahl von Vorteilen.
Die Vielzahl an optischen und gestalterischen Möglichkeiten bietet dem Kunden ein hohes Maß an Entscheidungsfreiheit.
Trotz alledem ist es wichtig für den Kunden, sich auf den Dachdecker jederzeit verlasssen zu können. Viele Firmen und ein breitgefächertes Angegot machen es ihm nicht immer einfach den Überblick zu behalten.
Hier ist es unsere Pflicht, ständig über die aktuellen Entwicklungen, sowohl in fachtechnischer, als auch produktspezifischer Hinsicht informiert zu sein.
Nachstehend nennen wir Ihnen einige Referenzen im Dachziegelbereich:
- Wohn- u. Behindertenheim in Engers, 15.000 m²
- Stephan-Georg-Gymnasium in Bingen, 3.700 m²
- Grundschule Stromberg, 600 m²
- EFH in Rhens, 600 m²
- Zahlreiche EFH u. MFH
Geschichte des Dachziegels
Wann genau der aus Ton gebrannte Dachziegel erfunden wurde und von wem, ist nicht überliefert, es gibt jedoch einen Bericht des griechischen Schriftstellers Pindar, in welchem er die Erfindung des Dachziegels im Jahre 450 v. Chr. den Korinthern zuschreibt. Zu der Geschichte der Ziegelproduktion und des Mauerziegels siehe den Artikel Backstein. Die Historie des Mauerziegels ist in zahlreichen Schriften antiker Schreiber festgehalten und durch Ausgrabungen belegt.
Rund 7.000 Jahre Geschichte sind dokumentiert. Zum Dachziegel dagegen gibt es außer von Originalstücken (z. B. aus Bodenfunden) nur spärliche Informationen, sogar die heutigen Hersteller verfügen kaum über dokumentierte Belege oder Fotos aus der Frühzeit – gemeint ist ein Zeitraum von etwa 150 Jahren – der Dachziegelproduktion. Die Gründe dafür liegen in der Anfangszeit der Industrialisierung, als viele kleine Produktionsstätten existierten. Viele Bauern haben die Dachziegelproduktion als zusätzliche Einnahmequelle und als Überbrückung der Winterzeit betrieben.
In der Zeit der handgefertigten Ziegel gab es eine Besonderheit, den sog. Feierabendziegel (auch als Glücks- oder Sonnenziegel bezeichnet). Es waren die letzten Ziegel eines Tagwerks, in die auf der Rückseite mit dem Finger, einem Kamm oder einem anderen spitzen Gegenstand Ornamente, Jahreszahlen, Zeichen und auch Texte hineingeritzt wurden. Die ältesten bekannten Feierabendziegel stammen aus der Zeit zwischen 1100 und 1300 n. Chr.
Die einsetzende Industrialisierung veränderte auch die Produktion von Ziegeln: Durch die Erfindung der Dampfmaschine wurde es erst möglich, Dachziegel industriell im großen Rahmen zu fertigen. Man darf getrost Wilhelm Ludowici (Ludowici Ziegelwerke) als Erfinder (1881 Anmeldung seines Patentes für den Falzziegel Z1) des maschinell gefertigten Dachziegels bezeichnen. Die ersten industriell gefertigten Dachziegel wurden übrigens auf Pferdefuhrwerken und in Stroh verpackt ausgeliefert.
Die Öfen wurden bis in die 1960er Jahre mit Schweröl betrieben und dann nach und nach auf das saubere Erdgas umgestellt. Seit jener Zeit gab es bei vielen Werken Probleme mit der Frostsicherheit der hergestellten Dachziegel, was dann zu einem Massensterben der alten Dachziegelindustrie und zu einem Boom der Betonindustrie und ihren billiger herzustellenden Pfannen führte. Diese Phase haben nur ganz wenige Werke überlebt. Einige der ältesten Produktionsstätten liegen am Niederrhein an der niederländischen Grenze. Der Ort Tegelen, bei Kaldenkirchen direkt hinter der niederländischen Grenze gelegen, verrät durch seinen Namen schon die alte Tradition aus der Römerzeit (Tegelen lässt sich auf das römische „tegula“ = Ziegel zurückführen).
Moderne Herstellung
- Abbau
- Aufbereitung
- Sumpfen oder Mauken
- Formgebung
- Trocknen
- Brennen
- Güteprüfung
- Strangdachziegel
- Biberschwanz
- Hohlpfanne
- Strangfalzziegel
- Strangdachziegel werden in einem endlosen Tonstrang hergestellt.
- Pressdachziegel
- Doppelmuldenfalzziegel
- Flachdachpfanne
- Flachkremper
- Mönch und Nonne, siehe Foto. Die konkaven Dachziegel heißen Nonne, die auf ihnen liegenden Ziegel Mönch.
- Flachziegel
- Formziegel
Als der älteste, in Griechenland und dem römischen Imperium verbreitete Ziegel, gilt der Leistenziegel „Tegula“, dessen Stoßfugen von „Imbrices“ (Hohlziegeln) überdeckt werden. Diese Art der Deckung war in römischer Zeit auch in den nördlichen Provinzen verbreitet. Später jedoch galt sie für das raue Klima nördlich der Alpen als ungünstig. So schreibt Palladio in seinen „Vier Büchern über Architektur“ um 1570: „In Germanien macht man wegen der großen Mengen Schnees, die dort fällt, die Dächer sehr steil und bedeckt sie mit kleinen Holztafeln, Schindeln oder dünnen Dachziegeln.“
Um der Witterung besser zu trotzen, wurden im Mittelalter die flach geneigten Leistenziegeldächer der Römer nördlich der Alpen durch die Hohlziegel- oder die Flachziegeldeckung ersetzt. Im heutigen Süddeutschland setzte sich der Flachziegel, im Spätmittelalter mit bunter Glasur versehen, in vielen Formen und Gestaltungsarten bis ins späte 19. Jahrhundert durch. Dagegen bevorzugte man in Norddeutschland den Krempziegel, eine Weiterentwicklung aus der Leisten-Hohlziegeldeckung. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die industrielle Massenproduktion des Dachziegels einsetzte, übernahm der Falzziegel die traditionellen Deckungen.
